Das Doena Journal | Tagebuch eines TV-Junkies

KAT | Gedankensturm


English Version

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann es angefangen hat, aber jetzt kann ich nicht mehr damit aufhören.

Jedes mal, wenn ich einen Film oder eine Serie gucke, denke ich darüber nach, was der früheste Moment sein könnte, an dem man das senden könnte, ohne die Pop-Kultur-Referenzen zu zerstören.

Ich rede nicht von stilistischen Mitteln, ich rede von visuellen oder textuellen Referenzen in die reale Welt oder zu anderen Filmen/Serien.

Um ein einfaches Beispiel zu geben: Am Anfang von Dirty Dancing erwähnt Baby den Mord an JFK. Also könnte man den Film nicht vor 1964 senden, ohne dass es zu einem un-lustigen Aneurysma wird.

Gestern Abend habe ich Kill Bill Vol.1 geguckt und abgesehen von den indirekten Referenzen auf Eastern im Allgemeinen (und auf Hattori Hanzo) gab es zwei Referenzen, die aus der Menge herausragten: Der Besitzer des Restaurant wird als “Charlie Brown” angesprochen und Sophie sieht wie ein “Bösewicht aus Star Trek” aus, wobei ST damit der spätere Zeitanker wird (Charlie Brown-Strips gibt es seit den 50ern).

Interessanterweise gibt es nur ein paar Hauptanker, die immer wieder auftauchen: Fixe Anker, wie der Mord an JSK, die Mondlandung 1969 und neuerdings 9/11, sowie variable Anker wie Star Trek und Star Wars. Die Letzteren sind deshalb variabel, da, wenn ich ein Film in der Zeit verschieben kann, dann kann ich das auch mit dem referenzierten Film machen.

Zum Glück sind beide Stars praktisch Endpunkte, insbesondere Star Wars. Da es in einer weit, weit entfernten Galaxie spielt, enthält es keine textuellen Referenzen in unsere reale Welt und kann bis an den Anfang des Kinos geschoben werden. Star Trek macht historische Anspielungen auf den zweiten Weltkrieg und das Chicago der 30er, aber ich neige eh dazu, Filme nicht über 1950 hinaus zu verschieben.

Je mehr Referenzen ein Film/eine Serie hat, desto mehr Spaß macht es, darüber nachzudenken, aber desto wahrscheinlicher ist es auch, dass es “in der Zeit verankert” ist. Buffy als Ganzes in die Vergangenheit zu schieben ist faktisch unmöglich, selbst wenn man sich dazu entschließt, ein Drittel der Referenzen zu verlieren. Also teile ich es auf Folgen-Ebene auf (wenn also Spike erwähnt, dass er ein Blumenkind leer gesaugt hat, dann wird Woodstock zum fixen Anker für die Folge).

Wenn ich erstmal den frühesten Premierentermin festgelegt habe, versuche ich mir vorzustellen, wie der Film in den Augen der Menschen dieser Zeit ausgesehen hat. Man stelle sich zum Beispiel vor, dass der Film Zurück in die Zukunft tatsächlich im Jahr 1955 gelaufen wäre. Das würde sogar funktionieren, da die Leute annehmen würden, dass Martys Auto und die Musik und alles aus dem “Zukunfts-1985″ von einem Autor erfunden worden wären. So wie dieselben Autoren sich ein Jahr 2015 mit fliegenden Autos und holographischen Der weiße Hai-Filmen vorgestellt haben.
Obwohl es eine Referenz auf einen “John F. Kennedy”-Drive gibt, so wird doch nichts Spezielles erwähnt und JFK war zu der Zeit bereits Senator, das wäre also kein Problem.

Auf diese Weise bleibt mein Gehirn aktiv, auch wenn ich den Film schon diverse Male gesehen habe. Stellt euch Top Gun in den 50ern vor, wo das US-Militär ihre ersten Düsentriebwerke testet. Stellt euch Armageddon (mit all seinen Spezialeffekten) kurz nach der Gründung der NASA vor (wobei das dadurch verhindert werden würde, dass Neil Armstrong namentlich als erster Mann auf dem Mond erwähnt wurde -> fixer Anker; Armageddon erwähnt auch Star Wars (mehrfach), den Kennedy-Mord, Evel Knievel und ein paar andere Dinge, die man berücksichtigen muss).

Irgendwie macht’s Spaß.

Kategorien: Gedankensturm
Tags: · · · · · · · · ·
Kommentare: Keine Kommentare


Werden gute Serien jemals wieder eine vernünftige Chance auf dem deutschen TV-Markt haben?

Um es gleich einzuschränken: Wenn ich von guten Serien rede, meine ich amerikanische und/oder britische Serien. Das liegt daran, dass ich Serien aus anderen Ländern schlicht nicht kenne und nicht, dass diese Länder keine guten Serien machen würden. Außer Deutschland, es gibt keine guten Serien aus Deutschland. Punkt.

Bei den Serien, die aus den USA und dem Königreich kommen, muss man in zwei Kategorien unterscheiden: Procedurals und Serials.

Procedurals sind Serien, deren Folgen einem relativ gleichmäßigen Schema folgen und die man in einer fast losen Reihenfolge gucken kann und bei denen es auch nichts ausmacht, wenn man mal eine oder mehrere Folgen verpasst. Während meiner TV-Kindheit waren das Serien wie Knight Rider, Airwolf, Das A-Team und MacGyver. Heutzutage sind es CSI und seine Klone, Law & Order und Doctor Who.

Serials hingegen sind Serien, die eine fortlaufende Geschichte erzählen, wo es relevant ist, jede Folge (mehr als einmal) zu sehen, um die großen Zusammenhänge zu verstehen und den Überblick zu behalten. Zu diesen Serien gehören (natürlich) LOST, Battlestar Galactica, Heroes, True Blood und natürlich 24.

Und dann gibt es natürlich noch die Mischformen, in denen mal die eine, mal die andere Komponente überwiegt. Hierzu gehören unter anderem Dr. House, Supernatural und Veronica Mars.

Am einfachsten auf dem deutschen Markt scheinen es Procedurals zu haben, dann kommen die Mischformen und die Serials gehen meistens gnadenlos unter. Doch warum ist das so? Wenn ihr mich fragt, dann würde ich das polemisch so ausdrücken: Die Deutschen sind zu faul, die Sender und das Internet sind schuld.

(weiterlesen…)

Kategorien: Gedankensturm
Tags: · · · · · · · · · · · · · · · · · ·
Kommentare: 2 Kommentare


Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht?
Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht?
Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht?
Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen?

- William Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig

Und ich hatte doch tatsächlich gehofft, die alten und unrealistischen Zeiten sind vorbei. Die Zeiten, in denen ein ganzer Revolver auf einen Menschen geleert wird und wenn man sich dann über ihn beugt, ist nicht einmal das T-Shirt kaputt.

Natürlich muss man es mit dem Blut auch nicht übertreiben, nicht jeder Film muss wie eine Kill Bill-Metzelorgie aussehen.

ABER: Wenn Wolverine seine drei mit Adamantium überzogenen Krallen seinem Gegenüber in den Brustkorb rammt, dann sollten die hinterher nicht so aussehen, als kämen sie frisch poliert aus dem Besteckkasten. Man kann nicht einerseits einen Film machen, in dem zum Teil brutale Gewalt angewendet wird, dann aber bei den Konsequenzen dieser Gewalt kneifen und entweder wegschneiden, dass man aus Einschusslöchern blutet (Stirb Langsam 4.0) oder eben besagte Schneidwerkzeuge völlig blank lassen (X-Men Origins: Wolverine). Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, dass Pistolen und Schwerter letztendlich doch gar nicht so schlimm sind, wenn man sich PG-13 oder FSK-12-Filme anguckt.

Ironischerweise sah man im neuesten Star Trek-Film sehr wohl das grüne romulanische Blut an Sulus ausklappbaren Katana – oder ist das etwa durchgegangen, weil das Blut grün und nicht rot war?

Kategorien: Gedankensturm
Tags: · · · ·
Kommentare: Keine Kommentare

Theme Design by devolux.nh2.me
modified by DJ Doena

Lethal Weapon: Zwei stahlharte Profis (04.05.12) Burn Notice: Season 3: Disc 3 (01.05.12) Captain America: The First Avenger (29.04.12) HOP (29.04.12) Independence Day (28.04.12) Transformers (28.04.12) Der unglaubliche Hulk (27.04.12) Türkisch für Anfänger: Season 3: Disc 3 (22.04.12) Türkisch für Anfänger: Season 3: Disc 2 (22.04.12) Sweet Home Alabama: Liebe auf Umwegen (22.04.12) Dragon Ball: Season 1: Disc 2 (21.04.12) Dragon Ball: Season 1: Disc 1 (21.04.12) Happy New Year (15.04.12) Freundschaft Plus (14.04.12) Zuletzt angesehen
Smallville: Season 4 Transformers 3 Tango & Cash The Specialist Lethal Weapon 1 - 4 Kunsträuber küsst man nicht From Dusk Till Dawn Valentinstag Thor Supernatural: Season 6 Suits: Season 1 Sherlock: Season 2 Gossip Girl: Season 4 Freunde mit gewissen Vorzügen Zuletzt angesehen