Tag: Sturzbach TV

Ein TV-Junkie, der kein TV (mehr) guckt?

Ein TV-Junkie, der kein TV (mehr) guckt?

DJ Doena und das Fernsehen in Deutschland – Die Geschichte einer Entfremdung.

Ich war eigentlich “schon immer”™ ein TV Junkie. Ich wurde zwar 1977 in Ost-Berlin geboren und habe auch bis zur Wende in der DDR gewohnt, das war aber kein wirkliches Hindernis. Offiziell gab es zwar nur DDR1 und DDR2, aber inoffiziell gab es natürlich auch ARD, ZDF und später dann RTL und Sat.1.

Und schon damals hab ich die Action-Serien der 80er wie zum Beispiel Ein Colt für alle Fälle und Trio mit vier Fäusten um 17:50 auf dem ZDF geguckt – man musste ja am nächsten Tag auf dem Schulhof mitreden können, wenn es darum ging, welchen Stunt Colt jetzt wieder gemacht hat.
Sogar Raumschiff Enterprise habe ich damals schon geguckt, die erste Folge, an die ich mich erinnern kann, war Der Tempel des Apoll, sie lief sogar noch in schwarz-weiß, wobei ich nicht mehr weiß, ob das noch auf unserem Monochrom-Fernseher war oder einfach, weil in der DDR das Secam- anstelle des PAL-Formats benutzt wurde.

Nach der Wende ging es dann nahtlos weiter. Kaum kam ich aus der Schule, liefen auf Sat.1 auch schon MacGyver und abends kam Airwolf. Ich war dabei, als das ZDF zum ersten Mal Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert ausgestrahlt hat, ich war dabei als Star Trek: Deep Space Nine auf Sat.1 und Babylon 5 auf Pro 7 anliefen. Ich habe es gehasst, regelmäßig einen anderen Termin am Dienstagabend zu haben, wo doch auf RTL Buck Rogers lief.

Seit 1995 hatten wir dann Internet (damals noch via AOL-“Sie haben Post”-Einwahlsoftware) und in den AOL-Bildergruppen fand ich dann die ersten Bilder einer neuen Star Trek-Serie: Star Trek: Raumschiff Voyager. Ich weiß nicht mehr, wie groß die Bilder waren, aber man konnte die Namen der Darsteller fast gar nicht entziffern und auch von den Gesichtern war nicht viel übrig geblieben. Aber ich wusste, dass da etwas Neues kommen würde und als Sat.1 mit der Ausstrahlung begann, war ich wieder ganz vorne mit dabei. Ich habe zwar nie ein Einschaltquotenmessgerät besessen, aber ich verspreche euch: Ich war immer dabei.*

Als ich dann im Jahr 2000 in meine eigene Wohnung gezogen bin, habe ich mir auch noch Premiere geholt, damals noch für 34,95 DM / Monat fürs Vollprogramm (später dann 39,95 DM).

Bis hierhin kann man also mit Fug und Recht behaupten, dass ich doch der ideale Zuschauer war. Was konnte sich die Werbewirtschaft mehr wünschen? Seit Anfang 1992 gehöre ich zur “werberelevanten Zielgruppe” und das bleibt auch bis Ende 2026 so.

In der neuen Wohnung hab mir dann aber auch meinen ersten 16:9-Fernseher gegönnt, den gab es im Kombiangebot mit einem DVD-Player von Universum bei Quelle (Ruhe in Frieden †). Mit letzterem Gerät änderte sich meine Welt völlig.

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Gute Serien und deutsches TV – Ein Widerspruch in sich?

Gute Serien und deutsches TV – Ein Widerspruch in sich?

Werden gute Serien jemals wieder eine vernünftige Chance auf dem deutschen TV-Markt haben?

Um es gleich einzuschränken: Wenn ich von guten Serien rede, meine ich amerikanische und/oder britische Serien. Das liegt daran, dass ich Serien aus anderen Ländern schlicht nicht kenne und nicht, dass diese Länder keine guten Serien machen würden. Außer Deutschland, es gibt keine guten Serien aus Deutschland. Punkt.

Bei den Serien, die aus den USA und dem Königreich kommen, muss man in zwei Kategorien unterscheiden: Procedurals und Serials.

Procedurals sind Serien, deren Folgen einem relativ gleichmäßigen Schema folgen und die man in einer fast losen Reihenfolge gucken kann und bei denen es auch nichts ausmacht, wenn man mal eine oder mehrere Folgen verpasst. Während meiner TV-Kindheit waren das Serien wie Knight Rider, Airwolf, Das A-Team und MacGyver. Heutzutage sind es CSI und seine Klone, Law & Order und Doctor Who.

Serials hingegen sind Serien, die eine fortlaufende Geschichte erzählen, wo es relevant ist, jede Folge (mehr als einmal) zu sehen, um die großen Zusammenhänge zu verstehen und den Überblick zu behalten. Zu diesen Serien gehören (natürlich) LOST, Battlestar Galactica, Heroes, True Blood und natürlich 24.

Und dann gibt es natürlich noch die Mischformen, in denen mal die eine, mal die andere Komponente überwiegt. Hierzu gehören unter anderem Dr. House, Supernatural und Veronica Mars.

Am einfachsten auf dem deutschen Markt scheinen es Procedurals zu haben, dann kommen die Mischformen und die Serials gehen meistens gnadenlos unter. Doch warum ist das so? Wenn ihr mich fragt, dann würde ich das polemisch so ausdrücken: Die Deutschen sind zu faul, die Sender und das Internet sind schuld.

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Piracy is Good?

Piracy is Good?

Ich hab das Video schon seit zwei Jahren auf der Platte und fand es damals sehr interessant und die Analyse richtig.

Nun bin ich zufällig drüber gestolpert und wenn ihr eine Stunde Zeit habt, schaut es euch mal an:

The Big Bang Theory

The Big Bang Theory

The Big Bang Theory ist eine US-Sitcom, die jetzt seit einem Jahr läuft und demnächst in ihr zweites Jahr gehen wird.

Haupthandlungsort ist das Wohnzimmer zweier theoretischer Physiker, die immer Besuch haben von zwei ihrer Kollegen und der neueingezogenen Nachbarin, die als Kellnerin arbeitet.

Die 4 Wissenschaftler/Ingenieure benehmen sich natürlich total geekig und ihre Lebenswirklichkeit prallt regelmäßig mit der von Penny zusammen.

Ich habs gerade via Sturzbach TV geguckt und fand es richtig witzig.

Auf Youtube sind einige Clips verfügbar:

Save the Cheerleader, Save the World!

Save the Cheerleader, Save the World!

Ab dem 10. Oktober 2007 läuft die inzwischen ein Jahr alte Serie Heroes auch in Deutschland (um genau zu sein, auf RTL2) an.

Da ich die Serie bereits auf Sturzbach TV gesehen habe und seit knapp einer Woche auf DVD besitze, dachte ich, dass ich mal so eins, zwei Worte darüber verliere.

Heroes ist eine Serie über normale Menschen. Naja, ganz normal sind sie nicht, aber wer ist das schon? Diese Menschen haben aber eine besondere Gabe. Sie haben übermenschliche Fähigkeiten und sie müssen lernen, damit umzugehen und sich entscheiden, wie sie diese Kräfte einsetzen.

Klingt nach X-Men? Ist es auch, nur ohne die Schule und den allwissenden Professor Xavier. Was auch fehlt, ist die schwarz-weiß-Malerei der Comics. Es gibt nicht auf der einen Seite “die Guten” und auf der anderen Seite “die Bösen” mit ihrem Ober-Mutanten-Anführer.

Wir lernen die Charaktere in ihrem privaten Umfeld kennen und für die meiste Zeit werden sie auch dort bleiben. Da gibt es den japanischen Angestellten Hiro Nakamura, der immer schon ein Held sein wollte (Hiro the Hero) und glaubt, er könne Raum und Zeit beeinflussen; Peter, der Krankenpfleger, der sich selbst in seinen Träumen sieht, wie er fliegt; eine Highschool-Cheerleaderin, die jede Verletzung schadlos übersteht.

Wie sich herausstellt, haben sie alle eine bestimmte Gensequenz, die diese Mutation herbeigeführt hat – und sie können gefunden werden. Zur Aufgabe gemacht haben sich das zwei Personen und eine Gruppe. Zum ersten der Sohn eines indischen Professors für Genetik, der diese Sequenz entdeckt hat, zum anderen ein Mutant, der seine ganz eigenen Pläne hat und eine Gruppe “Normaler”, die die Mutanten ebenfalls für ganz eigene Zwecke benutzen will.

Ich finde, es ist eine sehr spannende und in sich stimmige Serie, ich habe bloß meine Befürchtungen bezüglich des deutschen TVs. Heroes ist keine Einzelepisodenserie, sondern enthält eine fortlaufende Geschichte, wie zum Beispiel Lost. Gerade Lost zeigt aber, dass es solche Geschichten schwer haben. Weder haben die Sender viel Ausdauer, wenn es mal eine Delle in den Quoten gibt, noch scheinen sich die Zuschauer damit anfreunden zu können, dass die Story nicht nach 42 Minuten abgeschlossen ist, sondern sie auch noch wissen müssen, was letzte Woche geschah. Bezüglich der Quote hoffe ich, dass RTL2 (die ja mit Stargate und Stargate Atlantis seit langem zwei gut laufende Sci-Fi-Serien im Programm haben) nicht die gleichen Fehler macht wie Pro7 sie mit Lost gemacht hat.

Eine weitere Befürchtung ist die Synchronisation. Hiro und Ando sprechen über weite Teile der ersten Folgen japanisch mit englischen Untertiteln. Ich habe es munkeln gehört, dass diese Teile komplett synchronisiert worden sind – wahrscheinlich aus dem gleichen Gedanken heraus, warum man überhaupt synchronisiert. Offensichtlich ist es dem deutschen Publikum nicht zuzumuten, Film- und TV in einer fremden Sprache wahrzunehmen. Dabei ist gerade die Qualität von TV-Serien, was die Verständlichkeit betrifft, sehr hoch (im Gegensatz zu manchem Nuschel-Action-Star) – und das sage ich, der im Abi seinen Englisch-Grundkurs geradmal mit einer 4 abgeschlossen hat.

Schaltet also am besten ein und wenn es euch gefällt, kauft euch die DVD und guckt es im O-Ton!

LOST: Season 2

LOST: Season 2

Letzten Freitag trudelte doch noch vor dem Wochenende meine LOST: Season 2 aus den USA ein. Netterweise hat auch der Mann von DHL vergessen, den Zoll zu kassieren.

Also war am Wochenende LOST angesagt.

SPOILER folgen!

Die ersten beiden Folgen habe ich übersprungen, da ich sie bereits auf Pro 7 gesehen hatte.

Die zweite Staffel beweist für mich, was ich in der ersten bereits vermutet hatte. LOST ist eine einzige große Charakterstudie. Es geht nicht wirklich darum, was es mit der Insel auf sich hat und ich vermute auch, dass wir auch in der dritten Staffel nicht viel mehr über diese mysteriöse Dharma Initiative erfahren werden. Die Insel an sich liefert lediglich hin und wieder (so ca. zweimal pro Folge ;-)) eine Deus ex machina, um die Charaktere in eine neue Richtung zu schubsen.

Die Rückblicke geben wieder interessante Einblicke, obwohl es unwahrscheinlich ist, wer sich angeblich schon alles zufällig mal über den Weg gelaufen ist. Auch schön gemacht ist der unausgesprochene Konflikt zwischen John und Jack, der sich über die halbe Staffel hinzieht. Nett fand ich auch den Kurzauftritt von Wayne “Scorpius” Pygram mal ohne seine Farscape-Maske zu sehen.

Weniger gefallen hat mir, dass Sayid nun so bereitwillig wieder zum Foltermeister wird, wo er sich doch in der ersten Staffel noch reuig von dannen gezogen ist, nachdem er Sawyer ge-bambus-t hat. Des weiteren war es schade, einen Großteil der neu hinzugekommenden Charaktere während der Staffel gleich wieder abzuservieren.

Ab dem 04.10.2006 kommt dann die neue Staffel im US-TV und wenige Stunden später wird sie sicher auch Bei Sturzbach TV zu haben sein. Interessant werden wird meiner Meinung nach, was diese Others eigentlich vorhaben und ob wir Michael wiedersehen werden.

Fazit ist aber auch hier wieder, dass sowohl die deutschen DVD-Vermarkter mit ihrer Halbstaffel- und Später-Herausbring-Politik, als auch das deutsche TV mit ihrer Wir-bringen-nichts-im-O-Ton-Politik verloren haben.