Tag: Dirty Dancing

Red Dawn (1984 & 2012)

Red Dawn (1984 & 2012)

Die rote Flut (1984)
(Red Dawn)

Regisseur: John Milius

Patrick Swayze … Jed
C. Thomas Howell … Robert
Lea Thompson … Erica
Charlie Sheen … Matt
Darren Dalton … Daryl
Jennifer Grey … Toni
Brad Savage … Danny
Doug Toby … Aardvark
William Smith … Strelnikov
Ron O’Neal … Colonel Ernesto Bella
Powers Boothe … Lt. Col. Andrew ‘Andy’ Tanner
Lane Smith … Mayor Bates

Inhalt: Das Blatt hat sich gegen die Vereinigten Staaten gewendet. Der Großteil der Welt ist den Kommunismus zum Opfer gefallen und Europa ist zu ermattet, um einen dritten Krieg im selben Jahrhundert zu kämpfen. Aber die USA sind immer noch frei. Bis jetzt.

Nicaraguanische/Kubanische/Russische Streitkräfte sind in die USA einmarschiert und haben bereits große Teile des Landes. Irgendwo gibt es noch ein Freies Amerika. Die kleine Stadt Calumet in Colorado ist nicht so glücklich.

Es findet sich plötzlich in der besetzten Zone wieder und Leute werden verhaftet oder sogar hingerichtet.

Eine Gruppe Highschool-Schüler schafft es, in die Berge zu flüchten und von dort aus versuchen sie, ihr Land in guter alter Guerilla-Manier zu verteidigen.

Meine Meinung: Dieser Film ist wirklich aus der Zeit gefallen. Ich habe ihn jetzt zum ersten Mal gesehen und damit konnte sich im Laufe der Zeit auch keine Nostalgie aufbauen.

Aber vor 30 Jahren war die Welt eine andere und die Leute hatten tatsächlich Angst vor einem allesendenden Krieg, welcher die Erde in eine nukleare Wüste verwandeln würde (Heutzutage sind die Leute immer noch verängstigt wegen eines Terroranschlages, der 12 Jahre her ist und der weniger als 1/3 der Todesopfer verursachte, die durch Autounfälle im selben Jahr starben und gehen sogar soweit, dass sie wesentliche Freiheiten aufgeben, um sich ein wenig Sicherheit zu erkaufen.).

Die Darstellerliste ist eine interessante Zusammenstellung mit Patrick Swayze und Jennifer Grey, drei Jahre bevor “they’ve had the time of their lives” in Dirty Dancing, Immernoch-Bad-Boy Charlie Sheen, aber auch Lea Thompson (Zurück in die Zukunft oder etwas moderner Switched at Birth).

Red Dawn (2012)


Regisseur: Dan Bradley

Chris Hemsworth … Jed Eckert
Josh Peck … Matt Eckert
Josh Hutcherson … Robert Kitner
Adrianne Palicki … Toni Walsh
Isabel Lucas … Erica Martin
Connor Cruise … Daryl Jenkins
Edwin Hodge … Danny
Will Yun Lee … Captain Cho
Jeffrey Dean Morgan … Tanner
Michael Beach … Mayor Jenkins

Inhalt: Dieses Mal haben die Chinesen* Nordkoreaner die USA überfallen. Aber die grundsätzliche Story ist die gleiche. Sie fallen ein, die Kiddies fliehen in die Wälder und starten ihre Wolverine Terrorismus Aufrührer Widerstandsgruppe.

Meine Meinung: Zugegebenermaßen macht dieser Film einiges besser als das Original. Vor der Invasion haben die Nordkoreaner all die hochtechnologischen, computergesteuerten Waffensysteme der Amerikaner lahmgelegt; es gab also keine Predator-Dronen, keine Spionagesatelliten, keine Kommunikationsnetzwerke. Alles zurück in die Vorzeit.

In den 80ern wäre das so gar nicht möglich gewesen, weil noch Computer noch nicht so tief involviert waren in die Kriegsführung. Dieses Mal macht es also ein wenig mehr Sinn, warum die ganze Sache nicht in einem riesigen nuklearen Wettschießen endete.

Auch war es keine so schlechte Idee, wenigstens einem der Jungs einen militärischen Hintergrund zu geben, so dass er wenigstens die Grundlagen kennt. Und dass er im Irak war und damit vertraut mit Anschlägen von Aufständischen ist auch ganz clever.

Erwähnenswert fand ich auch seinen Vergleich mit den Viet Cong oder den Mudschahedin, weil es zumindest anerkennt, dass der VC und andere nur taten, was diese Jungs jetzt auch tun: Ihr eigenes Land verteidigen.

Der Film war auch keine reine Kopie; sie sind an einigen Stellen vom Ausgangsmaterial abgewichen und dadurch wurde er nicht völlig vorhersehbar für jemanden, der das Original erst kürzlich gesehen hatte.

Und sie haben jetzt auch schwarze Jungs! Im Jahre von Beverly Hills Cop hatte der Originalfilm keine erinnernswerten schwarzen Charaktere, nicht mal den obligatorischen Schwarzen-der-als-Erster-stirbt. 😉

* Eigentlich sollten die Bösen alle Chinesen sein, aber dann wollten sie sich den Filmmarkt dort nicht verschließen, also wurden daraus Nordkoreaner.

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Verschiebe einen Film / eine Serie in die Vergangenheit

Verschiebe einen Film / eine Serie in die Vergangenheit

English Version

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann es angefangen hat, aber jetzt kann ich nicht mehr damit aufhören.

Jedes mal, wenn ich einen Film oder eine Serie gucke, denke ich darüber nach, was der früheste Moment sein könnte, an dem man das senden könnte, ohne die Pop-Kultur-Referenzen zu zerstören.

Ich rede nicht von stilistischen Mitteln, ich rede von visuellen oder textuellen Referenzen in die reale Welt oder zu anderen Filmen/Serien.

Um ein einfaches Beispiel zu geben: Am Anfang von Dirty Dancing erwähnt Baby den Mord an JFK. Also könnte man den Film nicht vor 1964 senden, ohne dass es zu einem un-lustigen Aneurysma wird.

Gestern Abend habe ich Kill Bill Vol.1 geguckt und abgesehen von den indirekten Referenzen auf Eastern im Allgemeinen (und auf Hattori Hanzo) gab es zwei Referenzen, die aus der Menge herausragten: Der Besitzer des Restaurant wird als “Charlie Brown” angesprochen und Sophie sieht wie ein “Bösewicht aus Star Trek” aus, wobei ST damit der spätere Zeitanker wird (Charlie Brown-Strips gibt es seit den 50ern).

Interessanterweise gibt es nur ein paar Hauptanker, die immer wieder auftauchen: Fixe Anker, wie der Mord an JSK, die Mondlandung 1969 und neuerdings 9/11, sowie variable Anker wie Star Trek und Star Wars. Die Letzteren sind deshalb variabel, da, wenn ich ein Film in der Zeit verschieben kann, dann kann ich das auch mit dem referenzierten Film machen.

Zum Glück sind beide Stars praktisch Endpunkte, insbesondere Star Wars. Da es in einer weit, weit entfernten Galaxie spielt, enthält es keine textuellen Referenzen in unsere reale Welt und kann bis an den Anfang des Kinos geschoben werden. Star Trek macht historische Anspielungen auf den zweiten Weltkrieg und das Chicago der 30er, aber ich neige eh dazu, Filme nicht über 1950 hinaus zu verschieben.

Je mehr Referenzen ein Film/eine Serie hat, desto mehr Spaß macht es, darüber nachzudenken, aber desto wahrscheinlicher ist es auch, dass es “in der Zeit verankert” ist. Buffy als Ganzes in die Vergangenheit zu schieben ist faktisch unmöglich, selbst wenn man sich dazu entschließt, ein Drittel der Referenzen zu verlieren. Also teile ich es auf Folgen-Ebene auf (wenn also Spike erwähnt, dass er ein Blumenkind leer gesaugt hat, dann wird Woodstock zum fixen Anker für die Folge).

Wenn ich erstmal den frühesten Premierentermin festgelegt habe, versuche ich mir vorzustellen, wie der Film in den Augen der Menschen dieser Zeit ausgesehen hat. Man stelle sich zum Beispiel vor, dass der Film Zurück in die Zukunft tatsächlich im Jahr 1955 gelaufen wäre. Das würde sogar funktionieren, da die Leute annehmen würden, dass Martys Auto und die Musik und alles aus dem “Zukunfts-1985” von einem Autor erfunden worden wären. So wie dieselben Autoren sich ein Jahr 2015 mit fliegenden Autos und holographischen Der weiße Hai-Filmen vorgestellt haben.
Obwohl es eine Referenz auf einen “John F. Kennedy”-Drive gibt, so wird doch nichts Spezielles erwähnt und JFK war zu der Zeit bereits Senator, das wäre also kein Problem.

Auf diese Weise bleibt mein Gehirn aktiv, auch wenn ich den Film schon diverse Male gesehen habe. Stellt euch Top Gun in den 50ern vor, wo das US-Militär ihre ersten Düsentriebwerke testet. Stellt euch Armageddon (mit all seinen Spezialeffekten) kurz nach der Gründung der NASA vor (wobei das dadurch verhindert werden würde, dass Neil Armstrong namentlich als erster Mann auf dem Mond erwähnt wurde -> fixer Anker; Armageddon erwähnt auch Star Wars (mehrfach), den Kennedy-Mord, Evel Knievel und ein paar andere Dinge, die man berücksichtigen muss).

Irgendwie macht’s Spaß.