Regie: Thomas Jacob

Günter Naumann … Hauptmann Beck
Andreas Schmidt-Schaller … Leutnant Grawe
Werner Godemann … Major Jäger
Harry Merkel … Eberhard Aust
Wilfried Pucher … Staatsanwalt Ebert
Peter Borgelt … Hauptmann Fuchs
Torsten Ranft … Stefan Winkelmeyer
Annette Gleichmann … Katrin Schröder
Karin Düwel … Simone Herzog
Günter Junghans … Siegfried Herzog

Inhalt: Nachdem ein kleiner Junge auf dem Weg zum Kino verschwunden ist, wird eine gewaltige Suchaktion gestartet. Bekannte Homosexuelle werden vorgeladen und befragt, aber die Spur verliert sich im Winter.

Nach schweren Schneefällen wird die Leiche des Jungen doch noch entlang einer Eisenbahnlinie gefunden. Der einzige Hinweis auf den Täter ist ein ausgefülltes Kreuzworträtsel. Um ihn zu fassen, wird ein neues Preisrätsel mit einem großen Gewinn in die Zeitung gesetzt, in dem ähnliche Wörter verwendet werden. Außerdem werden massenhaft Altpapierzeitungen aus dem Wohngebiet eingesammelt, in dem der Junge verschwunden ist.

Dann – in einer Prä-Computer-Ära – werden zehntausende Kreuzworträtsel und Schriftproben analysiert, in der schwachen Hoffnung, den Mörder zu schnappen.

Meine Meinung: Historischer Hintergrund: Die Geschichte ist an einen echten Fall angelehnt, der in der DDR im Jahr 1981 tatsächlich passiert ist. Damals, als es noch zwei Deutschlands gab, lief im Westen der Tatort und die DDR-Fernsehmacher wollten ein ähnliches Konzept für ihr Fernsehen und so ward der Polizeiruf 110 geboren. Normalerweise waren auch dort die Fälle komplett erfunden, aber in diesem Fall wollten sie die Polizeibeamten ehren, die den echten Fall gelöst hatten.

Für mich persönlich ist das auch eine besondere Folge, denn viele der Szenen wurden ganz in der Nähe meines Wohnorts gefilmt und für einen kleinen Jungen war es “urst gut”, etwas im Fernsehen zu sehen und zu wissen, dass das “gleich um die Ecke” ist. Als Kind war ich unzählige Male in dem Kino, welches für die Folge benutzt wurde.

Wenn man die Folge aus heutiger Sicht betrachtet, fallen einem Dinge auf, die man wohl nur mit dem Auge eines Erwachsenen wahrnimmt. Zum Beispiel das generelle Verhalten gegenüber Homosexuellen und wie sie einbestellt wurden, bevor es überhaupt einen Mordfall gab. Die Polizei wusste genau, wer sie waren und wo sie wohnten, was heutzutage ja nur noch mit registrierten Sexualverbrechern passiert.

Insgesamt gesehen ist es ganz interessantes (N)Ostaliga-TV, wenn man die ganzen alten Autos und Telefone und all das wiedersieht. Außerdem ist es ungefiltert, in dem Sinne, dass es nicht eine fiktionale Sendung über die DDR, sondern aus der DDR ist.