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	<title>Das Doena Journal &#187; Trio mit vier Fäusten</title>
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	<description>Tagebuch eines TV-Junkies</description>
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		<title>Technologie-Überdosis?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 08:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DJ Doena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[English Version
Lasst mich dieses Posting mit einer Einschränkung beginnen. Dieser Beitrag dreht sich nicht um Science-Fiction-Serien oder Serien, die offensichtliches Überequipment (wie K.I.T.T.) darstellen. Hier geht es um Serien, die zumindest vorgeben, die &#8220;Realität&#8221; darzustellen. Mir ist natürlich klar, dass das eine hauchdünne Linie ist, aber ich hoffe, ich kann meinen Standpunkt während dieses Exkurses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://doena-journal.net/en/157/technological-overdose">English Version</a></p>
<p>Lasst mich dieses Posting mit einer Einschränkung beginnen. Dieser Beitrag dreht sich nicht um Science-Fiction-Serien oder Serien, die offensichtliches Überequipment (wie K.I.T.T.) darstellen. Hier geht es um Serien, die zumindest vorgeben, die &#8220;Realität&#8221; darzustellen. Mir ist natürlich klar, dass das eine hauchdünne Linie ist, aber ich hoffe, ich kann meinen Standpunkt während dieses Exkurses darlegen.</p>
<p>Aber zuerst einmal dieses College Humor-Video:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/JMLH_QyPTYM" width="400" height="334"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JMLH_QyPTYM" /></object></p>
<p>Technische Ausrüstung ist schon immer Teil von Serien gewesen, die im &#8220;Hier und Jetzt&#8221; spielen. Und warum sollte es auch nicht? Es ist Teil des täglichen Lebens, also sollte es Teil der Serien sein, die wir uns angucken. Die Fragen sind nur, welchen Teil, wie groß der Teil ist und wie realistisch das Equipment benutzt wird. Und &#8211; um mein Fazit am Anfang zu geben &#8211; je moderner eine Serie ist und je mehr &#8220;real world&#8221;-Technologien es gibt, desto unrealistischer wird deren Darstellung.</p>
<p><span id="more-327"></span>Aber lasst mich euch an den Anbeginn der Zeit zurück bringen (zumindest, so weit es mich betrifft). Damals in den 1980ern habe ich eine Menge 70er und 80er Serien geguckt. Diese waren meistens Cop- oder Privatedetektivgeschichten der einen oder anderen Art: <em>Ein Colt für alle Fälle</em>, <em>Trio mit vier Fäusten</em>, <em>T.J. Hooker</em>, <em>MacGyver</em>, <em>Das A-Team</em>, &#8230; die Liste geht weiter. In Bezug auf die Benutzung von Technologie können wir hier problemlos <em>MacGyver</em> und <em>Das A-Team</em> heraus picken.<br />
MacGyver konnte aus einer Kugelschreibermine und einem Faden eine Bombe bauen (sozusagen <img src='http://doena-journal.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ). Aber es gab immer eine wissenschaftliche Basis, bei dem, was er tat, selbst wenn sie einige Zutaten seiner Heimwerkerbombe weggelassen haben. Das A-Team auf der anderen Seite brauchte nur einige Stahlplatten und ein Schweißgerät, um daraus die krudesten &#8211; aber effektiven &#8211; Panzer zu bauen, um die Bösen zu besiegen. Die modernste Technologie in diesen Serien war ein Autotelefon. Computer waren immer noch riesige raumfüllende Maschinen mit surrenden Magnetbändern.</p>
<p>Dann kamen die Neunziger, aber selbst da kann ich mich in der ersten Hälfte nicht an eine Überbenutzung von Ausrüstung erinnern. Sicher, PCs wurden häufiger auf dem Bildschirm, aber ich würde sagen, dass sie dennoch auf eine glaubwürdige Art und Weise benutzt wurden. Aber ich muss zugeben, dass ich nicht viele &#8220;real world&#8221;-Serien zu der Zeit geguckt habe, meine Erinnerungen also nicht verlässlich sind. In der zweiten Hälfte der letzten Dekade wurden die PCs dann üblicher und sie begannen, Internetverbindung zu haben. Auch &#8220;normale&#8221; Charaktere fingen an, Handys zu haben. So hackt zum Beispiel Willow in der Pilotfolge von <em>Buffy the Vampire Slayer</em> ins Stadtarchiv, um sich die Blaupausen des Abwassersystems zu besorgen. Dieses Szenario schreit mich jetzt nicht an &#8220;Wie unrealistisch!&#8221;. Viele Hacker sind jung und Netzsicherheit war damals noch nicht das überragende Thema.</p>
<p>Die größten Schnitzer in Bezug auf Computertechnologie lieferten sowieso die Filme in diesen Jahren, nicht die Serien. Ich sage nur <em>Hackers</em> und <em>Das Netz</em>. Aber sie wurden zu den Vorlagen. Irgendwie wurde den Autoren der Floh ins Ohr gesetzt, dass Computer alles möglich machen würden.</p>
<p>Und so begann dieses Jahrzehnt. <em>Smallville</em>, <em>Alias</em>, <em>24</em>, <em>CSI</em>, <em>Bones</em>, &#8230; wieder geht die Liste weiter. Computer, Handys, Überwachungskameras, PDAs und nicht zu vergessen die Satelliten wurden zu den Zauberstäben des 21sten Jahrhunderts &#8211; zumindest auf dem Schirm. Plötzlich gab es für alles eine Datenbank. Satelliten konnten Gehirnwellen aus dem Orbit aufspüren. Computer konnten Aufnahmen von Überwachungskameras verbessern und mit Details anreichern, die im Originalmaterial gar nicht da waren. Gesichtserkennungssoftware kann schwuppdiwupp eine Person aufgrund einer schlechten Skizze in einer Datenbank mit 50 Millionen Einträgen finden. Eine Person kann einem Überwachungskamerastream in Echtzeit manipulieren &#8211; von seinem PDA aus! Ein Computer kann gefragt werden, wo es eine bestimmte Art von Sand gibt und er wird es dir auf die Meile genau sagen.</p>
<p>Voodoo und Magie kombiniert könnten nicht die Ergebnisse liefern, die Computer anscheinend liefern können.</p>
<p>Ich habe damit nicht per se ein Problem. Ich habe ein Problem damit, wenn es mit gutem Geschichtenerzählen interferiert. Der Computer hat sich in eine Deus-Ex Machina verwandelt. Wann immer Autoren sich selbst in eine Ecke geschrieben haben, aus der sie nicht mehr durch gutes Erzählen heraus kommen, entscheiden sie sich nicht, den Teil umzuschreiben, der sie in die ecke geführt hat. Nein, der Eckcharakter geht entweder selbst an den Computer oder ruft jemanden an, der vor dem Computer sitzt. &#8220;Hey Jane, ich bin&#8217;s, John. Könntest du bitte in die örtlichen Pizzerien um die 10te Straße herum hacken und nach Bestellungen suchen, die keinen Käse wollen, weil der Böse Laktose-intolerant ist?&#8221; &#8211; &#8220;Kein Problem, gib mir vier Minuten.&#8221; (3,14159 Minuten später) &#8220;Ich hab&#8217;s. &#8216;Joey&#8217;s Pizza&#8217; hatte keinen Internetanschluss, aber die Satellitenradiofrequenzüberwachung dieser Gegend hat angezeigt, dass das WLAN an war. Ich hab mich in das Handy eines Typen im Café gegenüber gehackt, sein Bluetooth aktiviert und mich mit dem Notebook eines Typen in der Pizzeria verbunden. Von dort aus habe ich einen WLAN-Port aufgemacht und bin in das System gekommen. Der Typ, den du suchst, bestellt immer Salamipizza, welche nach 10te Straße Nummer 4711 geliefert wird. Ich hab mich in die Verkehrsüberwachung gehackt und sehe ihn jetzt am Fenster sitzen &#8230;.&#8221; *facepalm*</p>
<p>Sie versuchen auch gar nicht mehr, diese Absurdität zu verstecken. Wenn Marshall (<em>Alias</em>) oder Chloe (<em>24</em>) eine Spracherkennungslügendetektor fürs Handy in 20 Minuten schreiben (nicht 20 Serienminuten, sondern in-Universe-Minuten) dann ist das nicht mal mehr außergewöhnlich, sondern ein ganz normaler Tag im Büro.</p>
<p>So sehr mir die Serien auch gefallen, solche Sachen reißen mich immer aus der Geschichte heraus und zerstören meine Verbindung mit der &#8220;Realität der Serie&#8221;. Ich kann die Serie dann in dem Bezug auch nicht mehr ernst nehmen und das reduziert mein Vergnügen und ich sage mir, dass es doch einen Weg geben muss, eine spannende Geschichte zu schreiben, ohne alle zwei Minuten einen Hasen aus dem Hut zu zaubern. Warum sollte man sich um den tatsächlichen Mord in <em>Bones</em> scheren, wenn der Fall doch eh mit Technologie gelöst wird, die es gar nicht gibt? Sie könnten einen Haufen Asche finden und Angela wäre dennoch in der Lage, das Gesicht zu rekonstruieren und zu zeigen, wo die Kugel durch den Arm ging und die Arterie zerrissen hat. Und Bugboy Jack würde Kies in der Asche finden, die beweist, dass der Mord 2,71828 Meilen nordnordöstlich vom Fundort der Überreste stattfand, was wiederum unweigerlich zum Täter führt.</p>
<p>Das ist der Grund, warum ich oftmals Science-Fiction-Serien bevorzuge. Die geben wenigstens nicht vor, dass es real wäre, was sie zeigen. Dort ist es &#8220;What You See Is What You Get&#8221;. Ein Autor hat ein Stück Technobabble erfunden und es kann benutzt werden, wie ihm grad lustig ist. &#8220;Und wie funktioniert der Heisenberg-Kompensator?&#8221; &#8211; &#8220;Er funktioniert sehr gut, danke.&#8221;</p>
<p>Was ich also zu sagen versuche, ist, dass die Autoren vielleicht mehr &#8220;rückwärts&#8221; denken sollten. Geht ans Ende und denkt darüber nach, wie der Charakter glaubwürdig dahin gekommen ist. Ja, manchmal darf man Technologie einsetzen und manchmal darf sie sogar ein wenig unrealistisch sein. Aber benutzt sie bitte nicht als Schweitzer Taschenmesser, um damit jedes Problem zu lösen, auf das euer Charakter trifft. Vertraut mir, der Zuschauer wird es zu schätzen wissen.</p>
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		<title>Ein TV-Junkie, der kein TV (mehr) guckt?</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 12:36:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DJ Doena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DJ Doena und das Fernsehen in Deutschland &#8211; Die Geschichte einer Entfremdung.
Ich war eigentlich &#8220;schon immer&#8221;™ ein TV Junkie. Ich wurde zwar 1977 in Ost-Berlin geboren und habe auch bis zur Wende in der DDR gewohnt, das war aber kein wirkliches Hindernis. Offiziell gab es zwar nur DDR1 und DDR2, aber inoffiziell gab es natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>DJ Doena und das Fernsehen in Deutschland &#8211; Die Geschichte einer Entfremdung.</strong></em></p>
<p>Ich war eigentlich &#8220;schon immer&#8221;™ ein TV Junkie. Ich wurde zwar 1977 in Ost-Berlin geboren und habe auch bis zur Wende in der DDR gewohnt, das war aber kein wirkliches Hindernis. Offiziell gab es zwar nur DDR1 und DDR2, aber inoffiziell gab es natürlich auch ARD, ZDF und später dann RTL und Sat.1.</p>
<p>Und schon damals hab ich die Action-Serien der 80er wie zum Beispiel <em>Ein Colt für alle Fälle</em> und <em>Trio mit vier Fäusten</em> um 17:50 auf dem ZDF geguckt – man musste ja am nächsten Tag auf dem Schulhof mitreden können, wenn es darum ging, welchen Stunt Colt jetzt wieder gemacht hat.<br />
Sogar <em>Raumschiff Enterprise</em> habe ich damals schon geguckt, die erste Folge, an die ich mich erinnern kann, war <em>Der Tempel des Apoll</em>, sie lief sogar noch in schwarz-weiß, wobei ich nicht mehr weiß, ob das noch auf unserem Monochrom-Fernseher war oder einfach, weil in der DDR das Secam- anstelle des PAL-Formats benutzt wurde.</p>
<p>Nach der Wende ging es dann nahtlos weiter. Kaum kam ich aus der Schule, liefen auf Sat.1 auch schon <em>MacGyver</em> und abends kam <em>Airwolf</em>. Ich war dabei, als das ZDF zum ersten Mal <em>Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert</em> ausgestrahlt hat, ich war dabei als <em>Star Trek: Deep Space Nine</em> auf Sat.1 und <em>Babylon 5</em> auf Pro 7 anliefen. Ich habe es gehasst, regelmäßig einen anderen Termin am Dienstagabend zu haben, wo doch auf RTL <em>Buck Rogers</em> lief.</p>
<p>Seit 1995 hatten wir dann Internet (damals noch via AOL-&#8221;Sie haben Post&#8221;-Einwahlsoftware) und in den AOL-Bildergruppen fand ich dann die ersten Bilder einer neuen <em>Star Trek</em>-Serie: <em>Star Trek: Raumschiff Voyager</em>. Ich weiß nicht mehr, wie groß die Bilder waren, aber man konnte die Namen der Darsteller fast gar nicht entziffern und auch von den Gesichtern war nicht viel übrig geblieben. Aber ich wusste, dass da etwas Neues kommen würde und als Sat.1 mit der Ausstrahlung begann, war ich wieder ganz vorne mit dabei. Ich habe zwar nie ein Einschaltquotenmessgerät besessen, aber ich verspreche euch: Ich war immer dabei.<a href="#fussnote1">*</a></p>
<p>Als ich dann im Jahr 2000 in meine eigene Wohnung gezogen bin, habe ich mir auch noch Premiere geholt, damals noch für 34,95 DM / Monat fürs Vollprogramm (später dann 39,95 DM).</p>
<p>Bis hierhin kann man also mit Fug und Recht behaupten, dass ich doch der ideale Zuschauer war. Was konnte sich die Werbewirtschaft mehr wünschen? Seit Anfang 1992 gehöre ich zur &#8220;werberelevanten Zielgruppe&#8221; und das bleibt auch bis Ende 2026 so.</p>
<p>In der neuen Wohnung hab mir dann aber auch meinen ersten 16:9-Fernseher gegönnt, den gab es im Kombiangebot mit einem DVD-Player von Universum bei Quelle (Ruhe in Frieden †). Mit letzterem Gerät änderte sich meine Welt völlig.</p>
<p><span id="more-317"></span>Ich war schon immer schlecht in Fremdsprachen. Ich hab mich von der fünften Klasse bis zur elften (wo ich es dann abwählen durfte) durch Russisch gequält, ohne dass es mir je wirklich Spaß gemacht hätte. Ab der siebten Klasse hatte ich dann Englisch und es ging mir damit nicht viel besser. Klar, die Wörter und Aussprache beider Sprachen gefielen mir schon, aber ich bekam einfach kein Gefühl für die Sprache(n), was sich dann auch mit einem 4er Notendurchschnitt im <a href="http://doena-journal.net/wp-content/uploads/2009/11/abi.jpg">Abiturzeugnis</a> niederschlug. Auch an der FH hatten wir Englisch-Grundkurse, aber auch da ging es mir nicht wesentlich besser. Ich bin stolz darauf, nicht in einem einzigen Kurs an der FH durchgefallen zu sein – ich habe alle Prüfungen im ersten Anlauf geschafft. Aber Englisch war auch hier wieder gerade so an der Kante.</p>
<p>Da ich aber nun mal einen DVD-Player hatte, fing ich auch an, mir DVDs zu kaufen. Meine erste DVD hab ich dann auch bei meinem damaligen Arbeitsplatz – dem Metro Großhandel in Berlin-Marienfelde – gekauft: <em>Braveheart</em>. Als ich den versucht habe, auf Englisch zu schauen, habe ich kaum ein Wort verstanden. Viele sprachen dort mit schottischem Akzent, Mel Gibson mit einem Australischen Schottischakzent, dann sprachen sie auch noch Französisch und Latein. Also wurden Untertitel eingeschaltet. Und es funktionierte. Untertitel wahrnehmen und verstehen und trotzdem die Details des Films sehen stellte für mich nach einiger Übung kein Problem dar.</p>
<p>Dennoch wuchs die Sammlung am Anfang eher langsam, waren doch DVDs damals bei weitem noch nicht so erschwinglich wie heute und mein Geld brauchte ich dann als Student dann doch noch für etwas wichtigere Sachen (Lebensmittel und andere Banalitäten).</p>
<p>Dennoch war dies gleichzeitig der Punkt, ab dem mein Bedarf an &#8220;echtem&#8221; TV zurückzugehen begann. Das Fernsehprogramm als Ganzes schien bei weitem nicht mehr so interessant wie noch zehn Jahre vorher. Dann ging ich Mitte 2001 mit meinem besten Kumpel für sechs Monate zum Praktikum nach Nürnberg. Nach der Arbeit hingen wir viel in Nürnberg selber rum und abends gingen wir meistens ins Internet – er spielte <em>EverQuest</em>, ich schrieb in Foren. Ab und zu haben wir auch mal was auf meinem mitgebrachten DVD-Player geguckt, aber echtes Fernsehen blieb eigentlich die große Ausnahme – und die große Ausnahme von der großen Ausnahme war lediglich der 11.09.2001, wo wir faktisch den ganzen Nachmittag und Abend vor der Glotze hingen.</p>
<p>Im Jahre 2002 fing ich dann &#8220;richtig&#8221; an zu arbeiten und damit begann dann auch ein richtiges Einkommen zu fließen (wobei ich mich nicht beschweren will: Ich wurde für das Praktikum sehr gut entlohnt, das war kein 0€-Job, wie das heutzutage ja üblich zu sein scheint). Und wie es der Zufall wollte, begann Paramount ebenfalls im Jahre 2002, die <em>Star Trek</em>-Serien auf DVD zu veröffentlichen. Alle zwei Monate kam eine neue Staffel (sieben insgesamt) heraus und kostete je nach Laden 100-110€. Ein Mordsgeld damals, aber wenigstens bekam man die siebte Staffel umsonst, wenn man alle sechs davor auch gekauft hatte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis fand ich damals trotzdem in Ordnung, bekam man doch fast 19 Stunden Spielzeit dafür (wohingegen man 22€ für einen 2-Stunden-Film berappen musste). Im Jahr 2003 wiederholte sich das Spiel mit <em>Star Trek: Deep Space Nine</em>.</p>
<p>Aber schon Ende 2002 passierte noch etwas anderes: Die Serie <em>Babylon 5</em> wurde ebenfalls auf DVD veröffentlicht und zwar für 30-40€ pro Staffel! Das änderte natürlich auch dramatisch die Einstellung, was ich bereit war, für eine Serienstaffel zu bezahlen. Das hat sich auch bis heute nicht geändert, 30€ sind derzeit die Höchstgrenze, die ich auszugeben bereit bin.<br />
Und so hat sich mein Serienkonsum von sieben Staffeln im Jahr 2002 auf 59 Staffeln im Jahr 2008 (2009 derzeit: 50) erhöht.</p>
<p>Dieser erhöhte Konsum wurde aber noch von zwei anderen Faktoren beeinflusst. Zum einen ist da die Sendepolitik der TV-Sender: Als <em>LOST</em> auf Pro7 anlief, war ich wieder dabei. Dann entschieden sie sich, mitten in der Staffel eine Pause einzulegen und die anderen Folgen mit mehreren Wochen Verzögerung auszustrahlen. Prompt habe ich den Anschluss verpasst und erst wieder eingeschaltet, als die erste Staffel schon fast zu Ende war. Da die Serie eine fortlaufende Geschichte erzählt, habe ich nicht wieder eingeschaltet und entschieden, auf die DVD zu warten. Seitdem habe ich <em>LOST</em> nie wieder auf Pro7 angeschaut (in den USA läuft im Januar die sechste und finale Staffel an). Auch <em>Smallville</em> habe ich anfangs mit Begeisterung auf RTL geguckt. Auch da habe ich den Anfang der dritten Staffel verpasst und auch irgendwie die Muße verloren, mich termingerecht zum Zeitpunkt X vor den Fernseher setzen zu müssen. Letzteres kann man natürlich nicht RTL anlasten, es war schließlich Staffelende, aber so hat sich die Geschichte nun mal entwickelt.</p>
<p>Anlasten kann man den Sendern aber, dass sie immer weniger Programm für Menschen wie mich machen: Ich fand die Talkshows in den Neunzigern schon eher langweilig, wobei ich die teilweise sogar noch geguckt habe; aber Gerichtssendungen, Heimwerkerdokus, Kochturniere und Pseudorealityshows haben und werden mich nie zum Einschalten bewegen und manchmal bekommt man das Gefühl, das ist alles, was überhaupt noch gesendet wird. Dies und deutsche und amerikanische Krimiserien, die jede Woche nach dem gleichen Strickmuster ablaufen, sich also nie vom <em>A-Team</em>-Plotkonzept<a href="#fussnote2">**</a> der 80er Jahre gelöst haben.</p>
<p>Der andere Faktor sind meine Englischkenntnisse. Gerade die <em>Star Trek</em>-Serien und <em>Babylon 5</em> haben den Vorteil, dass die Darsteller ein sehr sauberes und deutliches Englisch sprechen, man also ein Ohr für die Sprache bekommt. Seitdem ging es mit meinem Englischverständnis immer weiter auf und das wiederum eröffnete mir den internationalen DVD-Markt. Ende 2003 erfuhr ich, dass es ein Remake der klassischen <em>Kampfstern Galactica</em> geben würde, die Weihnachten 2003 auf dem britischen SciFi Channel (seit diesem Jahr SyFy) ausgestrahlt wurde. Anfang 2004 holte ich mir dann bei Amazon.co.uk erst die klassische Serie auf DVD und kurz darauf die Mini-Serie. Wie es die Geschichte so will, hatte ich schon Folgen der zweiten Staffel gesehen, bevor die Serie hier auf RTL2 überhaupt anlief. Und auch die klassische Serie ist erst in diesem Jahr 2009 in zwei Halbstaffelboxen in Deutschland veröffentlicht worden, fünf Jahre nachdem ich in Großbritannien die Komplettbox gekauft habe.</p>
<p>Was mich zu einem weiteren Punkt bringt: Die Unart, Serien in Deutschland hauptsächlich in Halbstaffelboxen zu verkaufen. Wo man in den USA 30-40$ für die Staffel haben will, wo es auf der Insel 20-30£ kostet, will man in Deutschland 29,99€ haben – für die Halb(!)staffel. Nein, ich wurde nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, dass ich so was akzeptiere. Wenn der deutsche Vertrieb meint, er könne die Kunden ausnehmen, die auf eine deutsche Synchrofassung angewiesen sind, dann soll er das gerne tun; dann darf er aber nicht damit rechnen, mich als Kunden zu gewinnen. Und selbst wenn: Wo in Deutschland die Halbstaffel <em>Star Trek: Deep Space Nine</em> für 25€ zu haben ist, gibt es in UK die komplette Staffel für 13£ (14,50€) – mit deutschem Ton!</p>
<p>Und wie schon eingangs erwähnt, habe ich schon eine geraume Weile Internetzugang. Schon Im Jahr 2000 bekam ich 768kbit-DSL, inzwischen bin ich bei 16000kbit-DSL. Das hatte ebenfalls einen Einfluss auf die Rezeption von Serien. Zum einen bedeutete es eine Flatrate. Man konnte sich endlich endlos mit anderen Serienjunkies im Internet austauschen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Zum anderen bedeutete es einfach alternative Beschaffungswege. Die Amis erzählen von einer neuen Serie, die absolut genial sein soll? Die neue Staffel ist in den USA angelaufen, aber noch nicht auf DVD verfügbar? Alle Welt redet drüber, nur man selber nicht? Alles kein Problem mehr, da wird die Leitung zum Glühen gebracht und wenige Stunden später ist die neueste Folge auf er Platte. Heutzutage könnte man sogar in mehr als Echtzeit gucken. Eine Folge von 42 Minuten und 350 Megabyte Größe ist normalerweise in weniger als 20 Minuten vollständig &#8220;organisiert&#8221;.<br />
Angefangen hat das alles 2005, als ich einfach wissen wollte, wie es in der zweiten Staffel von <em>Battlestar Galactica</em> weitergeht. Seit Anfang 2007 steht aber auch die DVD-Box der zweiten Staffel im Regal – gekauft bei einem australischen Onlinehändler. Inzwischen hab ich sowohl die Staffel im Netz gesehen und zu Hause auf DVD, bevor sie auch nur im deutschen Fernsehen anläuft (Beispiele: <em>Heroes</em>, <em>Chuck</em>).</p>
<p>Und so entwickeln sich der deutsche Markt und ich immer weiter auseinander und das obwohl ich sowohl interessensmäßig, altersmäßig und auch finanziell das perfekte Ziel sein sollte &#8211; immerhin habe ich allein <a href="http://doena-journal.net/115/dvd-statistik-2008">im Jahr 2008 mehr als 1600€ für DVDs ausgegeben</a>.</p>
<p>So habe ich im Oktober einmal genau Buch geführt, was ich wo konsumiert habe. So habe ich in einem Monat, der 31 Tage hat, fast 5 geschlagene Tage &#8220;Fernsehen&#8221; geguckt. Aber nur 2,9 Stunden davon waren tatsächlich Fernsehen und das waren ausschließlich Nachrichten.</p>
<p><img src="http://doena-journal.net/wp-content/uploads/2009/11/oktoberstatistik.png" alt="Guck-Statistik Oktober" title="Guck-Statistik Oktober" /></p>
<p><a href="http://doena-journal.net/wp-content/uploads/2009/10/chart.png"><img src="http://doena-journal.net/wp-content/uploads/2009/10/chart.png" alt="chart.png" width="411" /></a></p>
<p>Ironie der Geschichte: Da ich ein unwahrscheinlich gutes Gedächtnis für Nichtigkeiten und Banalitäten haben, kenne ich noch genau die Werbespots von vor 10 Jahren, aber nicht die aus dem Jahre 2009.<br />
<em> Hola, Peter von Frosta, was hast du uns heute mitgebracht? Leckere Paella! Und während in Villabajo noch gescheuert wird, wird in Villarriba schon gefeiert.</em></p>
<p>Und so kann das <strong>Fazit</strong> nur lauten:<br />
Deutsches ÖR-TV hat mich verloren, weil sie einfach irgendwann aufgehört haben, US-Serien auszustrahlen und wenn sie es tun (<em>Veronica Mars</em>), dann nur irgendwann verschämt in der Nacht. In der Restzeit kommt fast nur noch Programm, dass sich selbst meine 79jährige Oma nur anguckt, weil sie alleine lebt und &#8220;halt nichts anderes kommt&#8221;.<br />
Deutsches Free-TV hat mich verloren, weil sie zum einen inhaltlich völlig an mir vorbei senden und zum anderen, weil sie es nicht schaffen, einer Serie einen Stammsendeplatz zu verpassen und dann auch dabei zu bleiben, ohne sie unterbrechen oder ebenfalls mitten in die Nacht zu verschieben. Natürlich gibt es inzwischen digitale Videorecorder, aber wenn ich schon asynchron gucke, dann mache ich es gleich richtig – online und/oder auf Silberling.<br />
Deutsches Pay-TV hat mich verloren, weil ihre Preispolitik im Laufe der Jahre immer teurer wurde und ihre Paketpolitik immer undurchsichtiger. Was früher 40 DM gekostet hat, ist jetzt nicht mehr unter 40€ zu bekommen. Außerdem braucht man inzwischen anscheinend mindestens zwei verschiedene Pakete, nur um alle Film- und Serienkanäle zu bekommen. Außerdem wird Aussagen zu Folge auch die Bildqualität immer bescheidener, weil mehr Kanäle in dieselbe Bandbreite gepresst werden.<br />
Und der deutsche DVD-Markt hat mich (größtenteils) verloren, weil ich einfach nicht bereit bin, 30€ für eine Halbstaffel zu bezahlen, wenn ich auch die ganze Staffel für 18 Pfund haben kann und die Lieferung auch nur 3-4 Tage dauert.</p>
<p><strong>Leute, so wird das nichts!</strong></p>
<p><a title="fussnote1" name="fussnote1"></a>* Hier eine Liste der Serien, die mir ad hoc einfallen, die ich regelmäßig im Fernsehen geguckt habe (und da sind noch nicht die Zeichentrickserien enthalten):<br />
<span style="font-size: smaller">21 Jump Street, Die Abenteuer des Brisco County jr., Agentin mit Herz, Airwolf, Alf, Alien Nation, Alle unter einem Dach, Allein gegen die Zukunft, Ally McBeal, Das A-Team, Auf Achse, Automan, Babylon 5, Bezaubernde Jeannie, Bill Cosby Show, Bonanza, Buck Rogers, Cagney &amp; Lacey, Captain Power, CHiPs, Ein Colt für alle Fälle, Dark Angel, Doogie Howser M.D., Die dreibeiningen Herrscher, Ein Duke kommt selten allein, Emergency Room, Ein Engel auf Erden, Fantasie Island, Farsacpe, Flash &#8211; Der rote Blitz, General Hospital, Happy Days, Hardcastle &amp; McCormick, Harrys wundersames Strafgericht, Hart aber herzlich, Hercules, High Chaparral, Highlander, Highwayman, Himmelhunde von Boragora, J.A.G. &#8211; Im Auftrag der Ehre, Jake &amp; McCabe, Ein Käfig voller Helden, Kampfstern Galactica (1978) , Knight Rider, Krieg der Welten &#8211; Die Auferstehung, L.A. Law, M*A*S*H, MacGyver, Die Männer von der Shiloh Ranch, Matlock, Max Headroom, Mein Vater ist ein Außerirdischer, Mord ist ihr Hobby, Mork vom Ork, Ein Mountie in Chicago, Parker Lewis &#8211; Der Coole von der Schule, Pazifikgeschwader 214, Der Prinz von Bel-Air, Quincy, Rauchende Colts, Raumschiff Enterprise, Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert, Roseanne, Eine schrecklich nette Familie, Die Schwarzwaldklinik, SeaQuest DSV, Der Sechs Millionen Dollar Mann, Seven Days &#8211; Das Tor zur Zeit, Die Sieben Millionen Dollar Frau, Sliders &#8211; Das Tor in eine fremde Dimension, Space 2063, Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Raumschiff Voyager, Stargate SG-1, Street Hawk, Superman: Die Abenteuer von Lois &amp; Clark, T.J. Hooker, Tausend Meilen Staub, Time Trax, Trapper John M.D. , Ultraman &#8211; Mein geheimes Ich, Unser lautes Heim, V (1983) , Verliebt in eine Hexe, Xena, Zurück in die Vergangenheit</span></p>
<p><a title="fussnote2" name="fussnote2"></a>** Jede Folge des <em>A-Team</em>s lief gleich ab: Ein böser Rancher / Industriealist / Paramilitär drangsaliert die Einheimischen, bei dem auch mal jemand stirbt. Das A-Team wird angeheuert: Hannibal muss vom Filmset verschwinden, Murdock muss aus der Nervenklinik befreit werden. Sie platzen beim Bösen rein und zerschießen dessen Mobiliar. Der Böse nimmt das A-Team gefangen und sperrt sie in einem Schuppen / Keller / dunklen Ort. Dort steht immer genug Metall rum und ein Schweißgerät. B.A. baut eine Waffe, meistens wird ein Pickup-Truck in einen Panzer umgebaut. Der Böse wird besiegt. Ende.<br />
Eine Variation gibt es, wenn das Militär auftaucht, um Hannibal &amp; co. zu verhaften.</p>
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